125 Jahre RLG

Von der ersten Dampflockfahrt 1889 zum modernen regionalen Verkehrsunternehmen.

Brilon. Kreis Soest. Hochsauerlandkreis. Am 1. Mai 1898 frühmorgens um 6.30 Uhr setzte sich erstmals ein Dampfzug von Neheim über Ostönnen nach Soest und weiter über Oestinghausen bis Hovestadt in Bewegung. Diese Fahrt war der offizielle Betriebsbeginn der heutigen Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH. Ob wohl jemand der damals anwesenden Ehrengäste erwartet hat, dass daraus eine 125-jährige Unternehmensgeschichte entsteht?

 

Nur wenige Unternehmen werden 125 Jahre alt und behalten ihre Stärke und Innovationskraft. Der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH ist diese Leistung gelungen.

Von Anfang an ging das unter dem Namen AG Ruhr-Lippe-Kleinbahnen gegründete Unternehmen neue Wege und erprobte innovative Ideen. Das erklärte Ziel war auch abseits der staatlichen Eisenbahnstrecken im ländlichen Raum, eine Anbindung an das neue Verkehrsmittel Eisenbahn zu schaffen – für Menschen und Güter. Man setzte auf eine Spurweite von einem Meter und blieb damit unter der Breite normaler Eisenbahngleise. Dies senkte die Baukosten und ermöglichte engere Kurvenradien. Nach und nach
wurde das Streckennetz ausgebaut und später auf die Regelspurweite umgebaut. Dabei spielten wirtschaftliche Aspekte immer eine große Rolle.

Schon 1907 wurden zwei Dampftriebwagen beschafft. Schaffner und Heizer konnten so eingespart werden. Ab den 1930er Jahren, setzten sich Dieseltriebwagen als kostengünstiger Ersatz für Dampflok bespannte Züge durch. Wegweisend war der frühe Einsatz von Kraftomnibussen. Bereits ab 1925, lange vor den meisten anderen regionalen Bahngesellschaften, fuhren bei der Ruhr-Lippe die ersten Busse. Sie lösten nach und nach den Personenverkehr auf der Schiene ab und 1964 endete die Eisenbahn-Ära für die Fahrgäste der RLG.

Nur wenige Jahre später wurde die Ruhr-Lippe Kleinbahn zusammen mit anderen regionalen Eisenbahnen als Regionalverkehr Ruhr-Lippe ein Teil der 1969 gegründete Westfälische Verkehrsgesellschaft. Mitte der 1970er entstanden

neue, auf optimierte Betriebsabläufe und nach aktuellen Sicherheitsaspekten gestaltete Betriebshöfe in Soest, Lippstadt, Brilon und Arnsberg. Und aus einem klassischen Busverkehr entwickelten sich differenzierte Bedienungsformen wie SchnellBusse, StadtBusse, TaxiBusse bis hin zu On-Demand-Angeboten.

Heute wie schon zu Gründungszeiten bewegt die RLG die Menschen in der Region und zeigt sich als ein modernes Dienstleistungsunternehmen im steten Wandel. Offen für neue Mobilitätsangebote und innovative Ideen hat die RLG in den vergangenen Jahren erste Elektrokleinbusseauf die Straße gebracht, Forschungsprojekte wie autonomes Fahren im Linienverkehr begleitet oder die Einführung einer digitalen Schulwegjahreskarte umgesetzt.Und auch die Zukunft verheißt spannende Entwicklungen. Die Einführung von Elektrobussen und die weiter fortschreitende Digitalisierung verlangen Entschlossenheit, Flexibilität und Mut – Eigenschaften, die die RLG durch 125 Jahre Unternehmensgeschichten getragen haben und weiterhin tragen werden.